Trauer um Nashorn Karl

In der Nacht zum gestrigen Montag ist der junge Nashornbulle überraschend verstorben.

Vor etwa drei Wochen fiel den Tierpfleger*innen erstmals auf, dass Nashorn-Bulle Karl (3) nur sehr langsam lief, schlecht fraß und abgeschlagen wirkte – immer mal wieder mussten sie ihn auch zum Aufstehen animieren. Eine Sektion in der Tierpathologie der Freien Universität Berlin liefert mögliche Ursachen für seinen frühen Tod.

„Wir haben Karls Gesundheitszustand in den letzten Wochen intensiv beobachtet. Eine Schmerztherapie führte zuletzt zu einer leichten Verbesserung seines Zustands“, erklärt Zoo-Tierarzt Dr. Andreas Ochs. Tierpathologe Prof. Dr. Achim Gruber der Freien Universität Berlin konnte eine erste Einschätzung zur Todesursache geben. „Der Befund ist absolut ungewöhnlich“, erklärt Prof. Gruber. Im Bauchraum nahe der Lendenwirbelsäule wurde eine eitrige Entzündung mit Gewebseinschmelzungen (Abszess) gefunden, worin auch eine große Beckenarterie mit einbezogen war, die daraufhin thrombosierte. Die bakterielle Infektion führte möglicherweise zu einer Sepsis oder Thrombenabschwemmungen, welche letztendlich für Karl tödlich endete. „Von den klinischen Symptomen hätte man nicht auf den Abszess schließen können. Womöglich hat sich Karl schon in früher Kindheit eine Verletzung zugezogen, die unbemerkt über einen längeren Zeitraum schwelte und nun letztendlich zu seinem Tod geführt hat“, ergänzt Prof. Gruber.

Der rund 1300 kg schwere Nashornbulle wurde im Tierpark Berlin geboren und zog mit seiner Mutter Betty (26) vor zwei Jahren in den Zoo Berlin. Vater Belur (31) zog 2019 in den Tiergarten Nürnberg.

In den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts waren Panzernashörner mit unter 200 Tieren weltweit beinahe ausgestorben. Mit großem Engagement von Artenschützer*innen aus Indien und Nepal konnte sich die Bestände der urigen Schwergewichte zwar erholen, doch noch immer sind die bis zu 2 t schweren Panzernashörner im natürlichen Lebensraum bedroht. Panzernashörner werden von der Weltnaturschutzunion IUCN trotz leicht steigender Zahlen weiterhin als gefährdete Art eingestuft.

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