Hoffnung für den Sumatra-Tiger

Ein neuer Kater zieht in den Tierpark Berlin

    Der Sumatra-Tiger ist eine der am stärksten bedrohten Großkatzen der Erde. In den Regenwäldern Indonesiens leben schätzungsweise heute nur noch weniger als 400 dieser majestätischen Tiere – Sumatra-Tiger sind damit unmittelbar vom Aussterben bedroht. Im Tierpark Berlin gibt es nun einen neuen Hoffnungsschimmer für den Erhalt der gesamten Tierart: Nachdem Kater Harfan (12) in 2020 verstarb, ist nun Tiger-Männchen Jae Jae (13) in den Tierpark Berlin gezogen.

    In internationaler Zusammenarbeit engagieren sich zoologische Einrichtungen, um für bedrohte Tierarten stabile Reservepopulationen zu schaffen, die deren Aussterben verhindern sollen. Für den Sumatra-Tiger gibt es einen „Global Species Management Plan“ (GSMP), der alle regionale Erhaltungszuchtprogramme, wie zum Beispiel das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) zusammenführt und entsprechend global plant, um den Erhalt einer so bedrohten Tierart noch erfolgreicher sichern zu können. „International koordinierte Erhaltungszuchtprogramme sind aktuell ein sehr wichtiger Baustein beim Erhalt dieser unmittelbar vom Aussterben bedrohten Großkatzen“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Deshalb dürfen wir nichts unversucht lassen, um das Aussterben dieser einzigartigen Tiere zu verhindern.“ Der Tierpark Berlin engagiert sich bereits seit den 1950ern für die seltenen Tiger, bereits 123 Sumatra-Tiger kamen hier zur Welt und reisten teilweise um die ganze Welt um in anderen zoologischen Einrichtungen abermals für Nachwuchs zu sorgen.

    Zuletzt gab es bei den hochbedrohten Sumatra-Tigern in Berlin im Jahr 2018 Nachwuchs. Bei den vier Jungtieren wurden jedoch Probleme beim Bewegungsablauf beobachtet. Umfassende Untersuchungen offenbarten wenig später eine Ursache: Die Vierlinge haben eine Kniefehlstellung und damit einhergehende Knorpelschäden. „Um herauszufinden, woher die Fehlstellung der Jungtiere kommt, haben wir umfangreiche, klinische und genetische Analysen in Auftrag gegeben“, erklärt der zuständige Kurator Matthias Papies. „Die Untersuchungen am Leibniz-Institut für Zoo-und Wildtierforschung (IZW) und der Tierärztliche Hochschule Hannover lassen darauf schließen, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung der Jungtiere auf eine Vererbung durch den mittlerweile verstorbenen Vater der Vierlinge Harfan zurückzuführen ist.“ Sumatra-Tiger Harfan erlag im September 2020 im Alter von 12 Jahren an einem fortgeschrittenen Leber- und Nierenversagen.

    In den letzten zwei Jahren wurde der Gesundheitszustand der Vierlinge kontinuierlich beobachtet. Trotz unterschiedlicher Therapieansätze ist bisher keine maßgebliche Verbesserung zu erkennen. Auch Tigermutter Mayang (11) wurde klinisch und genetisch untersucht, bei ihr konnten glücklicherweise keine Anzeichen auf eine erbliche Belastung festgestellt werden. Basierend auf diesen Ergebnissen wurde nach gemeinsamer Beratung mit externen Experten des GSMP, des EEP und des Leibniz-IZW nun die Empfehlung für eine weitere Zucht mit Mayang gegeben und mit Tiger Jae Jae ein passender Partner gefunden.

    Tiger-Männchen Jae Jae kam aus dem Parc des Félins in Frankreich. Zuvor wurde er bereits Vater mehrerer gesunder Nachkommen. Die Zusammengewöhnung mit Mayang wird in den kommenden Wochen im rückwärtigen Bereich stattfinden. Vorerst ist Jae Jae noch nicht für die Tierpark-Besucher*innen zu sehen. Die beiden Indochina-Tiger Tarek und Sarai werden den Tierpark Berlin im Laufe dieses Jahres verlassen, um der Sumatra-Tiger-Familie mehr Platz zu geben.

    Öffnungszeiten

    Heute, 28. Januar
    9:00 - 16:30 Uhr
    Letzter Einlass: 15:30 Uhr
    Alle Öffnungszeiten

    Fütterungen & Trainings

    • Derzeit können keine öffentlichen Fütterungen und Tiertrainings stattfinden.

    Plan

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    Anfahrt

    Am Tierpark 125, 10319 Berlin

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