Tierisch angepasst
Apropos Hitze...in den letzten Tagen beschäftigte uns alle wohl dieselbe Frage: Was tun bei diesen Temperaturen?
Viele unserer Zootiere kommen ursprünglich aus sehr heißen Gegenden wie Wüsten oder Savannen. Damit sie nicht überhitzen, haben sie die unterschiedlichsten Strategien entwickelt, um mit Hitze umzugehen. Viele Tiere ruhen tagsüber im Schatten oder in Erdhöhlen und werden erst abends oder nachts aktiv, wenn es kühler ist. So sparen sie Wasser und Energie und können auch in großer Hitze gut überleben.
Vielleicht findet ihr hier einige Inspirationen:
Fächer, Sonnencreme und eingebaute Klimaanlagen
- Elefanten kühlen sich mit ihren großen Ohren
- Nashörner genießen ein kühles Schlammbad zum Schutz vor der Sonne
- Bei Oryx-Antilopen kühlt ein feines Netz aus Blutgefäßen das Blut, bevor es das Gehirn erreicht
- Erdmännchen suchen in ihren kühlen Bauen Schutz vor der Mittagshitze
- Flusspferde verbringt den Tag im Wasser und produzieren ein rötliches Hautsekret, das vor Sonne schützt
- Der Leopard jagt nachts und umgeht so die heißen Temperaturen des Tages.
Aber nicht alle Tiere können ihre eigene Körpertemperatur regulieren. Die Tierwelt lässt sich in zwei „Wärmetypen“ unterscheiden.
1. Gleichwarm: Immer auf Betriebstemperatur
Gleichwarme Tiere, auch endotherme Tiere genannt, halten ihre Körpertemperatur nahezu konstant – unabhängig von der Außentemperatur. Dazu erzeugen sie durch ihren Stoffwechsel Wärme und gleichen Temperaturverluste aktiv aus. Zu dieser Gruppe gehören alle Säugetiere und Vögel. Der Vorteil: Sie bleiben auch bei Kälte leistungsfähig und können das ganze Jahr über aktiv sein. Allerdings benötigen sie dafür deutlich mehr Energie und müssen regelmäßig Nahrung aufnehmen.
2. Wechselwarm: Die Umwelt gibt den Takt vor
Wechselwarme oder ektotherme Tiere passen ihre Körpertemperatur an die Umgebung an. Dazu zählen beispielsweise Reptilien, Amphibien und die meisten Fische. Ist es kalt, sinkt ihre Aktivität, während sie sich bei Wärme schneller bewegen können. Häufig nutzen sie Sonnenplätze oder Schatten, um ihre Temperatur gezielt zu beeinflussen. Dadurch verbrauchen sie weniger Energie als gleichwarme Tiere.
Die wichtigsten Unterschiede
Eigenschaft | Gleichwarme Tiere | Wechselwarme Tiere |
Körpertemperatur | Fast immer gleich | Hängt von der Umgebung ab |
Wärmequelle | Erzeugen Wärme selbst | Nutzen die Wärme der Sonne |
Bei Kälte | Bleiben aktiv | Werden langsam / inaktiv |
Energiebedarf | Hoch – brauchen viel Nahrung | Gering – brauchen weniger/ wochenlang keine Nahrung |
Abkühlung | Schwitzen, hecheln oder Wärme über Ohren abgeben | Schatten suchen oder ins Wasser gehen |
Beispiele | Säugetiere und Vögel | Reptilien, Amphibien und Fische |
Der entscheidende Unterschied liegt in der Temperaturregulation. Gleichwarme Tiere erzeugen ihre Körperwärme selbst, wechselwarme Tiere nutzen überwiegend äußere Wärmequellen. Das macht Gleichwarme unabhängiger vom Klima, während Wechselwarme mit deutlich geringerem Energieaufwand auskommen. Daher fühlen sich wechselwarme Tiere in warmen Regionen wohler. An Land gibt es in den Polarregionen fast keine wechselwarmen Tiere. Im kalten Meer leben dagegen einige Fische und andere Tiere, die sich an das eisige Wasser angepasst haben. Sie können dort überleben, obwohl ihr Körper so kalt ist wie ihre Umgebung.















