Tierpark Tier-News

„Was träumst Du denn, kleiner Bär?“

Der Nikolaus bringt Neuigkeiten aus der Eisbären-Wurfhöhle im Tierpark Berlin

Noch immer blind, taub und etwa meerschweinchengroß; aber schon einen ordentlichen Appetit – das Eisbären-Jungtier im Tierpark Berlin ist mittlerweile sechs Tage alt. Natürlich verbringt der Nachwuchs nach wie vor die meiste Zeit des Tages dicht in Mutter Tonjas (9) wärmendes Fell gekuschelt. Dabei kommt glücklicherweise das Trinken nicht zu kurz: „Das Jungtier trinkt mittlerweile in einem ziemlich regelmäßigen Rhythmus von zwei Stunden“, erklärt Eisbären-Kurator Dr. Florian Sicks. „Bisher sind wir mit der Entwicklung sehr zufrieden. Tonja kümmert sich, wie auch in den letzten Jahren, hervorragend um ihren Nachwuchs.“
Etwa 30 Tage nach der Geburt öffnen sich Augen und Gehörgänge von jungen Eisbären.

Hintergrund:
Am 1. Dezember 2018, um 2:33 Uhr brachte Eisbärin Tonja im Tierpark Berlin ein Jungtier auf die Welt. Zwischen März und April wurde Tonja mehrmals von Eisbären-Vater Wolodja (7) gedeckt. Wolodja ist im Sommer 2018 in den Zoo Berlin gezogen, damit Tonja größtmögliche Ruhe bei der Aufzucht ihres Nachwuchses hat. Auch im natürlichen Lebensraum leben Eisbären als Einzelgänger und die Männchen sind nicht in die Aufzucht der Jungtiere involviert.

Dank neuer Kameratechnik ist es den Experten des Tierpark Berlin möglich rund um die Uhr das Geschehen in der Wurfhöhle zu verfolgen und mithilfe von einer Zoom-Funktion z.B. das Trinkverhalten des Nachwuchses genau zu kontrollieren. Die Sterblichkeitsrate bei jungen Eisbären ist besonders hoch. Im natürlichen Lebensraum werden etwa 85 % der Eisbären nicht älter als zwei Jahre. Da absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Aufzucht ist, wird sich in den kommenden Wochen niemand der Wurfhöhle nähern.

Die Eisbären sind aktuell für die Tierparkgäste nicht zu sehen. Wie auch im natürlichen Lebensraum verlassen Eisbären-Mütter mit ihren Jungtieren erst im Frühjahr die Wurfhöhle.