Sumatra-Tiger gehören zu den seltensten Großkatzen der Erde. Im natürlichen Lebensraum leben nur noch 400 bis 600 Individuen. Jeder Nachwuchs ist daher ein wertvoller Beitrag für die Zukunft der Tierart, denn jedes Jungtier sichert den Fortbestand der Art. Unter diesen Hoffnungsträgern nahm Jae Jae (17) eine besonders herausragende Rolle ein. Durch seine insgesamt elf Nachkommen hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass die vom Aussterben bedrohte Art weiterbesteht. Mit großer Trauer nimmt der Tierpark Berlin nun Abschied von diesem außergewöhnlichen Tiger.
Jae Jae kam 2022 aus einem französischen Zoo in den Tierpark Berlin und entpuppte sich schnell als wahrer Charmeur. Durch sein freundliches Wesen und seine Präsenz war er nicht nur bei Gästen beliebt. In Berlin wurde Jae Jae fünfmal Vater: 2022 kamen die Schwestern Luise und Lotte zur Welt, 2024 folgten die Zwillinge Ede und Kuno. Im Januar 2026 erblickte das noch namenlose Tiger-Mädchen das Licht der Welt.
„Dank eines regelmäßigen tiermedizinischen Trainings durch unser Tierpflege-Team konnten wir bei Jae Jae regelmäßig Blut abnehmen und seinen Gesundheitszustand so noch besser dokumentieren“, erklärt Kurator Matthias Papies. In den vergangenen Monaten verschlechterte sich der Allgemeinzustand des Katers zunehmend. „Bei Jae Jae zeigten die Blutwerte ein fortschreitendes Nierenversagen, welches trotz medikamentöser Therapie dauerhaft nicht mehr aufgehalten werden konnte“, erklärt Dr. Andreas Pauly, Leiter der Abteilung Tiergesundheit, Tierschutz und Forschung in Zoo und Tierpark Berlin. Schließlich musste das Team die schwere Entscheidung treffen, ihn zu erlösen, um Jae Jae weiteres Leiden zu ersparen.
„Jae Jae war ein ganz besonderer Tiger – sowohl für das Tierpark-Team als auch für unsere Gäste“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „In seinen Nachkommen lebt ein Teil von ihm weiter. Sein Erbe für die Sumatra-Tiger bleibt unvergessen.“ Für Mutter Mayang und ihren jungen Nachwuchs wird weiterhin größtmögliche Ruhe gewährleistet.
