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Paddington im Kleinformat

Berlin hat wieder Bärennachwuchs

Huch, wer guckt denn da noch ein wenig unausgeschlafen aus dem Stroh? Das kleine schwarzbraune Gesicht gibt einen ersten Hinweis – hier sind deutliche Züge des berühmten peruanischen Brillenbären Paddington zu erkennen.
Das am 26. Dezember geborene Brillenbären-Jungtier im Tierpark Berlin hat seine erste tierärztliche Untersuchung tapfer gemeistert. Neben der Geschlechtsbestimmung wurde ihm am 27. März von Tierarzt Dr. Günter Strauß der obligatorische Chip (sein erster Personalausweis) eingesetzt und er bekam seine erste Impfung. Wenn der noch namenlose kleine Brillenbär mit Mutter Julia (20) und Oma Puna (27) in wenigen Wochen zum ersten Mal seine Außenanlage erkundet, wird er mit Sicherheit die Herzen der Tierpark-Besucher im Sturm erobern. Auch Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem freut sich über das Jungtier: „Ob schwarz oder weiß – Bärennachwuchs ist immer eine besondere Freude, vor allem wenn wir damit zum Erhalt einer bedrohten Art beitragen können.“

Seit November 2017 müssen Brillenbären ihre Hochzeit in Berlin beantragen, genauer gesagt bei Dr. Florian Sicks, dem frisch gebackenen Koordinator für das Europäische Erhaltungszuchtprogram dieser bedrohten Bärenart. Der Tierpark-Kurator hat Ende 2017 die Koordination der Brillenbären in Europa übernommen. Als EEP-Koordinator ist es seine Aufgabe, die Brillenbären-Population in Europa möglichst stabil und gesund zu halten. Dazu agiert er für die europäischen Brillenbären als eine Art Hochzeits- und Wohnungsvermittler. „Brillenbären haben eine lange Tradition im Tierpark Berlin, sie leben hier schon seit 1956, also ein Jahr nach der Gründung des Tierparks“, erklärt der Bärenkurator und fügt hinzu: „Für Mutter Julia ist es das siebte Mal, dass sie Nachwuchs bekommt, sie ist also schon eine sehr erfahrene Mutter.“ Für Brillenbär Carlos (21) ist es die zweite Vaterschaft. Bis 2013 wuchsen im Tierpark Berlin 17 Jungtiere auf und reisten aus Berlin in die ganze Welt – von Japan über Russland bis nach Argentinien.

Hintergrund Brillenbär

Der Brillenbär - auch Andenbär genannt - bewohnt von Venezuela bis Bolivien die Andenregion in Südamerika in einer Höhe von 200 bis 4700 Metern Höhe.
Dort bewohnt er verschiedene Habitate, vom Gebirgsregenwald bis zum alpinen Grasland. Der Andenbär gilt laut Rote Liste der IUCN als gefährdet. Die Hauptbedrohungsfaktoren sind Lebensraumverlust durch Abholzung der Wälder und Fragmentierung des Lebensraums durch Umwandlung des Lebensraumes in Landwirtschaftliche Flächen. Der Brillenbär wird auch bejagt, wenn er in Feldern nach Nahrung sucht oder Nutztiere erbeutet. In erster Linie ernährt sich der Brillenbär vegetarisch und ergänzt dies mit tierischen Proteinen wie Insekten, Nagetieren und manchmal auch größere Huftiere (Nutztiere).