Das jüngste Sumatra-Tiger-Jungtier im Tierpark Berlin hat endlich einen Namen: Ab sofort heißt das am 2. Januar 2026 geborene Jungtier Lilly. Damit beginnen nun die Namen aller weiblichen Nachkommen von Mutter Mayang (15) und Vater Jae Jae mit dem Buchstaben „L“. Für Mutter Mayang ist Lilly der dritte gemeinsame Wurf mit Tigerkater Jae Jae, von dem sich der Tierpark leider aufgrund einer schweren Nierenerkrankung vor Kurzem verabschieden musste. Insgesamt haben Mayang und Jae Jae in Berlin fünf Jungtiere großgezogen: die Zwillinge Luise und Lotte (2022), Ede und Kuno (2024) sowie nun Lilly (2026). Während Ede und Kuno die Nachbaranlage im Tierpark bewohnen, lebt Luise seit September 2023 im Zoo Berlin. Lotte zog kürzlich in die Thrigby Hall Wildlife Gardens in Großbritannien.
Die Namenswahl erfolgte aus über 1.000 Vorschlägen, die die Tierpark-Gäste im Februar durch eine Mitmach-Aktion am Tigergehege einreichen konnten. Nach Auswertung durch die „Tigerjury“ fiel die Entscheidung auf die oft eingereichte Namensidee „Lilly“ – ein kurzer, einprägsamer Name, der gut zum Jungtier passt und auch eine sympathische literarische Referenz enthält: Die Figur Tigerlily aus Peter Pan ist mutig, clever und hat einen eigenen Kopf. Eigenschaften, die auch bei dem kleinen Tiger-Mädchen wiederzuerkennen sind. Bei der feierlichen Namensverkündung im Regenwaldhaus waren neben der Patin, der Bezirksstadträtin von Lichtenberg, auch Vertreter der indonesischen Botschaft zugegen, um diesen besonderen Moment mitzuerleben. „Sumatra-Tiger gelten als die seltensten Großkatzen der Welt. Durch Lebensraumverlust und menschliche Eingriffe ist ihre Population in der Wildnis auf nur noch etwa 400 bis 600 Tiere geschrumpft“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Mayang und Lilly sind bereits für die Gäste des Tierparks zu sehen. Auch wenn Mutter und Jungtier weiterhin viel Zeit für Zweisamkeit benötigen, werden die Erkundungsausflüge ins Innengehege inzwischen immer häufiger.“ Bei Sumatra-Tigern liegt die Aufzucht der Jungtiere vollständig in der Verantwortung der Mutter.
Hintergrund Bedrohung Regenwald Indonesien
Die indonesischen Regenwälder gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde – und gleichzeitig zu den am stärksten bedrohten. Hauptursache ist der Mensch. Die wachsende Nachfrage nach Rohstoffen hinterlässt hier besonders sichtbare Spuren. Jede Minute verschwinden Flächen von mehreren Dutzend Fußballfeldern und diese Zerstörung betrifft indirekt alle Menschen - nicht nur die, die durch den Konsum von Fleisch, Papier oder Elektronik zum Verlust der Lebensräume beitragen. In der zentralen Ausstellung #SpurensucheRegenwald können Besucher*innen diese Zusammenhänge unmittelbar erfahren. An sechs interaktiven Forschungsstationen, die Aspekte des alltäglichen Lebens aufgreifen, können sowohl Kinder als auch Erwachsene spielerisch entdecken, wie sie selbst zum Schutz der Regenwälder beitragen können und damit auch das Überleben bedrohter Arten wie des Sumatra-Tigers sichern.
Gemeinsam mit dem WWF engagiert sich der Tierpark Berlin für den Schutz der Tiger in ihrem natürlichen Lebensraum. Unterstützer*innen des „Team Tiger Berlin“ fördern sowohl die Pflege der Sumatra-Tiger im Tierpark Berlin als auch wichtige Schutzmaßnahmen in der Wildnis – darunter Anti-Wilderei-Maßnahmen, Umweltbildung sowie die Sicherung von Lebensräumen durch grüne Korridore.


