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„Ich glaube, ich seh‘… vierfach!“

Seltener Vierlings-Nachwuchs bei den Binturongs im Tierpark Berlin

Am 21. Juli 2017 wurden die beiden Binturongs „Vincent“ (17) und „Fiona“ (16) stolze Eltern: Vier Jungtiere brachte Mutter Fiona zur Welt – zwei Weibchen und zwei Männchen. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Tierparks sind es so viele auf einmal. Im Durchschnitt umfasst ein Wurf der asiatischen Raubtiere zwei bis drei Jungtiere.

Gut zwei Monate haben die vier buschigen Fellknäule mit ihrer Mutter in der Wurfbox verbracht, bevor sie am 28. September die erste notwendige Impfung bekamen. Seit vergangener Woche haben nun auch die Besucher des Tierparks die Chance, die vier Jungtiere im Alfred-Brehm-Haus zu besuchen, wo sie neugierig ihre Umgebung erkunden. „Das Besondere an diesem Wurf ist, dass fast alle Jungtiere gleich aussehen“, erklärt der zuständige Kurator Christian Kern. „Nur einer hat einen etwas helleren Kopf. Normalerweise sind Geschwister durchaus unterschiedlich in der Gesichts- und Fellfärbung.“

Der Binturong wird aufgrund seines Aussehens auch Marderbär genannt. Er gehört zu den Schleichkatzen und ist mit bis zu einem Meter Länge der größte Vertreter dieser Familie. Binturongs bewohnen die Bäume tropischer Wälder Südostasiens. Vor allem aufgrund der starken Zerstörung der Lebensräume in diesen Teilen der Erde, wurde der Binturong als Tierart 2016 auf der Roten Liste der IUCN auf den Status „gefährdet“ hochgestuft. Im Zuge dessen hat die EAZA ein Erhaltungszuchtprogramm für Binturongs etabliert, zu dem auch die Berliner Tiere gehören. Der Tierpark Berlin unterstützt die auf den Schutz der Binturongs spezialisierte Organisation ABConservation bei ihrem Bearcat Study Program auf Palawan Island in den Philippinen.

„Binturongs werden zwar in vergleichsweise vielen europäischen Zoos gehalten, doch ihre Nachzucht klappt keinesfalls regelmäßig. Die Paare müssen gut harmonieren, um sich auch fortzupflanzen. Umso erfreulicher ist es, dass unser Berliner Pärchen seit 2003 regelmäßig Nachwuchs hat“, freut sich Zoo- und Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem. Derzeit ist der Binturong-Nachwuchs im Tierpark Berlin der einzige in ganz Deutschland. Die vier Geschwister sind bisher noch namenlos und auf der Suche nach einem Paten.