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Gestreifte Hoffnung

Seltener, vierfacher Nachwuchs bei den Sumatra-Tigern im Tierpark Berlin

Seit dem 4. August 2018 ist der Tierpark Berlin um einige Streifen reicher – Streifen die nicht nur bald von kräftigen Pranken getragen werden, sondern auch einen sehr wichtigen Beitrag zur Erhaltung einer gesamten Tierart leisten: Sumatra-Tiger Mayang ist vierfache Mutter geworden.

Seit Ende 2013 leben die aus indonesischen Zoos stammenden Sumatra-Tiger Harfan (10) und Mayang (7) in Berlin. In diesem Jahr dürfen sich die beiden über ihren ersten gemeinsamen Nachwuchs freuen und das gleich vierfach – zwei weibliche und zwei männliche Jungtiere sind der ganze Stolz der frischgebackenen Mutter. Noch wachsen die aktuell Kaninchen-großen Tigerbabys geschützt und bestens umsorgt von Mayang in der Wurfhöhle heran. Da junge Tiger sogenannte Nesthocker sind, sind sie vor allem in den ersten Wochen besonders auf die mütterliche Fürsorge angewiesen. Erst mit ca. zwei Jahren gehen die Jungtiere ihre eigenen Wege.

Sobald der Tigernachwuchs stark genug ist, um Mayang auf eigenen Pfoten zu folgen und auch Felsstufen, größere Äste und der Wassergraben keine Gefahr mehr für sie darstellen, dürfen die kleinen Tiger auch die Außenanlage entdecken. Voraussichtlich ab Ende Oktober können sich dann also auch die Tierpark-Besucher über den Nachwuchs freuen.

In den Regenwäldern Sumatras kommen heute nur noch 350 bis 450 Tiger vor. Damit gilt der Sumatra-Tiger als vom Aussterben bedrohte Tierart und zählt darüber hinaus zu den am stärksten bedrohten Großkatzen der Erde. „Bei Tierarten, die so unmittelbar vor dem Aussterben stehen wie der Sumatra-Tiger, ist natürlich jeder Nachwuchs ein besonderes Geschenk“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Wir freuen uns sehr, einen so wichtigen Beitrag zur Erhaltung einer gesamten Art leisten zu können.“ Da Harfan und Mayang als Leihgabe der Republik Indonesien nach Berlin kamen, sind sie darüber hinaus für die Sumatra-Tiger-Population in europäischen Zoos genetisch äußerst wertvoll.

In internationaler Zusammenarbeit engagieren sich zoologische Einrichtungen, um für bedrohte Tierarten stabile Reservepopulationen zu schaffen, die deren Aussterben verhindern sollen. Für den Sumatra-Tiger gibt es einen „Global Species Management Plan“ (GSMP), der alle regionale Erhaltungszuchtprogramme, wie zum Beispiel das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) zusammenführt und entsprechend global plant, um den Erhalt einer so bedrohten Tierart noch erfolgreicher sichern zu können.  

Bereits seit 1956 leben Sumatra-Tiger im Tierpark Berlin. Mit dem jüngsten Nachwuchs kamen dort bis heute 119 Jungtiere der seltenen Großkatze zur Welt – zuletzt 2003. Voraussichtlich noch im nächsten Jahr können die Sumatra-Tiger eine modernisierte und deutlich großzügigere Anlage im umgebauten Alfred-Brehm-Haus des Tierparks beziehen. Da die Wurfhöhle in einem Bereich des Hauses liegt, der erst in einem späteren Bauabschnitt modernisiert wird, kann der Nachwuchs ungestört von den laufenden Bauarbeiten aufwachsen.