Ein Jungtier für den Artenschutz: Tiger-Nachwuchs im Tierpark Berlin

Dritter gemeinsamer Nachwuchs von Mayang und Jae Jae | Art vom Aussterben bedroht

Es gibt erfreuliche Nachrichten aus dem Tierpark Berlin. Am 2. Januar 2026 hat das Sumatra-Tiger-Weibchen Mayang (15) ein Jungtier zur Welt gebracht. Es handelt sich um ein Einzeljungtier und bereits den dritten gemeinsamen Nachwuchs von Mayang und Kater Jae Jae (17). Mutter und Jungtier sind wohlauf und verbringen die ersten Wochen geschützt in der Wurfhöhle.

Völlig überraschend kam das nicht. „Wir haben vor etwa 100 Tagen Paarungen gesehen und waren uns nach dem Ausbleiben des Zyklus beim Weibchen ziemlich sicher, dass Mayang trächtig ist“, erklärt Tiger-Kurator Matthias Papies. Der Nachwuchs ist ein weiterer wichtiger Erfolg für das internationale Erhaltungszuchtprogramm dieser stark bedrohten Tigerunterart. Weltweit leben nur noch schätzungsweise 400 bis 600 Sumatra-Tiger in der Wildnis.

Für Mayang und Jae Jae ist es bereits der dritte gemeinsame Nachwuchs, nach den Schwestern Luise und Lotte im Jahr 2022 sowie den im Februar 2024 geborenen Zwillingen Ede und Kuno. „Es ist etwas ganz Besonderes, Mayang und Jae Jae erneut als so fürsorgliche und verlässliche Eltern zu erleben. Beide kümmern sich sehr aufmerksam um ihren Nachwuchs und schaffen damit beste Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung der Jungtiere. Der Kontakt zu beiden Elterntieren spielt eine wichtige Rolle für das Sozialverhalten und die Entwicklung junger Tiger, umso wertvoller ist es, dass dieses Elternpaar dies so vorbildlich ermöglicht“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. Seit September 2025 leben die beiden Kater Ede und Kuno nicht mehr mit Mayang und Jae Jae zusammen, sondern sind auf der gegenüberliegenden Anlage zu sehen. Mit mehr als eineinhalb Jahren haben sie ein Alter erreicht, in dem junge Tiger auch in der Natur eigene Wege gehen.

Wie bei den vorherigen Geburten setzt das Tierpark-Team auch diesmal auf größtmögliche Ruhe. Die Wurfhöhle bleibt in den kommenden Wochen ausschließlich den Tigern vorbehalten. Auch die Tierpfleger*innen halten bewusst Abstand, um eine störungsfreie Aufzucht zu gewährleisten. Daher kann es zeitweise dazu kommen, dass die Familie nicht für Besucher*innen im Alfred-Brehm-Haus zu sehen ist. Die Tiger-Brüder Ede und Kuno sind jedoch dauerhaft zu sehen.

Hintergrund Sumatra-Tiger:

Der Sumatra-Tiger ist ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumatra beheimatet und repräsentiert die südlichste Unterart des Tigers, die noch existiert. Sein natürlicher Lebensraum erstreckt sich von dichten Regenwäldern bis zu feuchten Sumpfgebieten. Die Anzahl der Sumatra-Tiger wurde durch Wilderei, insbesondere für medizinische Zwecke, stark dezimiert. Ein gravierendes Problem ergibt sich zudem aus der fortschreitenden Zerstörung ihres Lebensraums durch Rodung, was zunehmend zu Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung führt.

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Heute, 30. April
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