Ein großer Moment für einen kleinen Bären

Brillenbär Enzo wagt erste Schritte aus der Wurfhöhle

    Der kleine Brillenbär Enzo hat im Tierpark Berlin erstmals seine Anlage erkundet und wurde den entzückten Gästen dabei von seiner stolzen Mutter Tinka präsentiert. So trug sie den Kleinen sogar behutsam bis nach vorne an die Scheibe. Noch etwas tapsig auf den Beinen, aber mit umso größerer Neugier entdeckt der am 16. Januar 2026 geborene Andenbär Schritt für Schritt seine neue Umgebung. Jeder Ast und jeder Geruch sind für ihn ein echtes Abenteuer.

    Den Nachwuchs nun bei seinem ersten Ausflug zu beobachten, ist auch für das Team des Tierpark Berlin ein besonderer Augenblick. Bislang bekamen selbst seine Pfleger*innen Enzo nur für wenige Minuten am Tag zu sehen, da Mutter und Jungtier in den vergangenen Wochen bewusst möglichst ungestört in ihrer Wurfhöhle gelassen wurden. Noch legt der kleine Brillenbär viele Ruhepausen ein und sammelt bei seinen ausgiebigen Nickerchen neue Kräfte für seine nächsten Expeditionen. Er wird jedoch von Tag zu Tag agiler und versucht zunehmend, seiner Mutter hinterherzulaufen. „Es ist schön zu sehen, wie Enzo nun beginnt, seine Umwelt aktiv zu erkunden und immer mehr Sicherheit gewinnt“, erklärt Tierpark- und Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. „Gerade in dieser Phase machen die Jungtiere enorme Entwicklungsschritte. Enzo orientiert sich stark an seiner Mutter und lernt täglich dazu.“ Mit etwas Glück können Tierparkgäste den kleinen Bären bei gutem Wetter nun auch selbst bei seinen Ausflügen beobachten. Pate des Jungtieres ist der Förderverein von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e.V.

    Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Brillenbären wird von Säugetierkurator Dr. Florian Sicks aus dem Zoo Berlin koordiniert. „Das letzte Berliner Jungtier wurde 2017 geboren, umso mehr freut uns Enzos Geburt. Gleichzeitig setzt sich der Tierpark Berlin aber auch für den Schutz der Brillenbären und ihres Lebensraums in den Trockenwäldern von Tarija im Süden Boliviens ein, indem er das Andean Carnivore Conservation Program (ACCP) unterstützt“, berichtet der EEP-Koordinator. Als junger Brillenbär macht Enzo dabei zugleich als Botschafter seiner Art auf die Bedrohung seiner Verwandten im natürlichen Lebensraum sowie auf das wichtige Schutzprojekt aufmerksam. Mithilfe von Kamerafallen wird im Rahmen des ACCP die Population der Andenbären überwacht und ihr Verhalten dokumentiert. Gleichzeitig fördert das Projekt nachhaltige Lebensgrundlagen in lokalen Gemeinden, etwa durch Bienenzucht und die Verbesserung der Viehhaltung. Ziel ist es, Mensch und Tier langfristig in Einklang zu bringen und den Lebensraum der Brillenbären zu sichern.

    Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) gilt der Brillenbär als gefährdet. Zu den Hauptbedrohungen in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet in Südamerika zählen die Zerstörung seines Lebensraums durch Abholzung der Wälder sowie die Umwandlung dieser Flächen in landwirtschaftliche Nutzgebiete.

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