Tierpark Tier-News

Blind Date beendet

Eisbärchen im Tierpark Berlin hat die Augen geöffnet.

Welche zwei schwarzen Knopfaugen schauen denn da auf einmal Eisbärin Tonja (9) an? Gut fünf Wochen nach der Geburt öffnete das Eisbär-Jungtier im Tierpark Berlin zum ersten Mal die Augen. Während es seine Umgebung bisher ausschließlich tastend und kuschelnd erkunden konnte, sieht und hört der kleine Bär nun auch etwas. „Ab einem Alter von etwa 30 Tagen öffnen sich Augen und Gehörgänge von kleinen Eisbären“, erklärt Bären-Kurator Dr. Florian Sicks. „Mittlerweile kann man über die Kameras nahezu täglich beobachten, wie das Jungtier aktiver wird und sich auch schon am Laufen bzw. Krabbeln versucht.“

Trotz der bisher guten Entwicklung besteht durch die hohe Sterblichkeitsrate bei jungen Eisbären nach wie vor ein Risiko. Im natürlichen Lebensraum werden etwa 85 % der Eisbären nicht älter als zwei Jahre. Da absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Aufzucht ist, näherte sich bisher niemand der Wurfhöhle. Voraussichtlich Anfang Februar steht die erste tierärztliche Untersuchung für das Eisbärchen an, bei der dann auch das Geschlecht bestimmt werden kann.

Hintergrund:
Am 1. Dezember 2018, um 2:33 Uhr brachte Eisbärin Tonja im Tierpark Berlin ein Jungtier auf die Welt. Zwischen März und April wurde Tonja mehrmals von Eisbären-Vater Wolodja (7) gedeckt. Wolodja ist im Sommer 2018 in den Zoo Berlin gezogen, damit Tonja größtmögliche Ruhe bei der Aufzucht ihres Nachwuchses hat. Auch im natürlichen Lebensraum leben Eisbären als Einzelgänger und die Männchen sind nicht in die Aufzucht der Jungtiere involviert.

Dank neuer Kameratechnik ist es den Experten des Tierpark Berlin möglich rund um die Uhr das Geschehen in der Wurfhöhle zu verfolgen und mithilfe von einer Zoom-Funktion z.B. das Trinkverhalten des Nachwuchses genau zu kontrollieren.

Die Eisbären sind aktuell für die Tierparkgäste nicht zu sehen. Wie auch im natürlichen Lebensraum verlassen Eisbären-Mütter mit ihren Jungtieren erst im Frühjahr die Wurfhöhle.