Es gibt zuckersüße Neuigkeiten bei den Roten Pandas im Tierpark Berlin. Am 25. Juni brachte die sechsjährige Rosie ein Jungtier zur Welt. Für die Rote-Panda-Dame ist es der dritte Nachwuchs. Vater ist erneut der elfjährige Joel. Die Tiere zogen im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in den Jahren 2020 (Joel) und 2021 (Rosie) in den Tierpark Berlin. Das EEP ist ein zooübergreifendes Projekt zur koordinierten und gezielten Zucht von bedrohten Tierarten in menschlicher Obhut.
Bei einer ersten tierärztlichen Untersuchung konnte das Vet-Team feststellen, dass sich das Jungtier prächtig entwickelt. Dabei gab es noch eine weitere spannende Neuigkeit: Rosie zieht in diesem Jahr ein kleines Weibchen auf. „Inzwischen wird die Kleine zunehmend aktiver. Rosie trägt sie bereits immer häufiger umher und ermöglicht ihr so erste Erkundungen außerhalb der Wurfbox“, sagt Kurator Martin Kränzlin. Mit etwas Glück können Besucher*innen das Jungtier daher schon selbst auf der Anlage beobachten. Rote Pandas kommen mit einem Gewicht von nur rund 100 Gramm und geschlossenen Augen zur Welt. Erst nach etwa fünf Wochen öffnen sie ihre Augen und beginnen, ihre Umgebung zu erkunden. In den ersten Lebenswochen sind sie daher vollständig auf die Fürsorge ihrer Mutter angewiesen. Nach und nach werden sie selbstständiger und entwickeln sich zu geschickten Kletterern, die einen großen Teil ihres Lebens hoch oben in den Bäumen verbringen. Dabei hilft ihnen unter anderem ein verlängertes Handgelenk, mit dem sie Äste und Nahrung besonders gut greifen können. Auf ihrem Speiseplan steht vor allem Bambus.
Schätzungsweise weniger als 10.000 Rote Pandas leben noch in den Bergwäldern des Himalayas und angrenzenden Regionen. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN wird die Art als „stark gefährdet“ geführt. Eine der größten Herausforderungen ist die zunehmende Zerschneidung ihres Lebensraums. Werden Waldgebiete voneinander getrennt, wird es für die Tiere schwieriger, zwischen geeigneten Lebensräumen zu wechseln. Das Artenschutzprogramm der Zoologischen Gärten Berlin unterstützt das Red Panda Network, das sich seit mehr als 15 Jahren gemeinsam mit lokalen Gemeinden in Nepal für den Schutz der Roten Pandas und ihrer Lebensräume einsetzt. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Wiederaufforstung. Bis zum Jahresende soll in Nepal der millionste Baum im Rahmen der Projekte des Red Panda Network gepflanzt werden – knapp 960.000 Bäume sind es bereits. „Nachhaltiger Artenschutz beginnt dort, wo Menschen und Tiere denselben Lebensraum teilen. Deshalb ist es entscheidend, die lokalen Gemeinden in die Schutzmaßnahmen einzubeziehen und gemeinsam tragfähige Lösungen für den Erhalt der Lebensräume zu entwickeln.“ betont Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Zoologische Einrichtungen können solche Schutzprojekte gemeinsam mit Partnern vor Ort unterstützen und gleichzeitig durch koordinierte Erhaltungszucht Verantwortung für den Erhalt bedrohter Arten übernehmen.“
Mit ihren weißen Plüschohren und dem rostroten Fell gehören die Roten Pandas zu den bekannten Bewohnern des Tierpark Berlin. Der französische Naturforscher Frédéric Cuvier, der den Roten Panda wissenschaftlich beschrieb, bezeichnete ihn einst als „schönstes Säugetier auf Erden“. Seit fünf Jahren unterstützt die Stiftung „UNION VEREINT. Schulter an Schulter“ des 1. FC Union Berlin die Roten Pandas im Tierpark als offizieller Pate.


