Feldhamsterschutz geht in die nächste Runde

Tierpark Berlin beteiligt sich erneut an der Auswilderung bedrohter Feldhamster

  • Auswilderung Feldhamster
  • Mitarbeitende des Tierpark Berlin mit Feldhamstern
  • Feldhamster durch Wildkamerafalle
  • Kurator Martin Kränzlin bei Auswilderung Feldhamster
  • Vorbereitetes Futter

    Rund 200 Europäische Feldhamster werden in diesem Jahr im Rahmen eines langfristigen Artenschutzprojekts ausgewildert, um das Überleben einer der am stärksten bedrohten Säugetierarten Europas zu sichern. Mehr als 60 der Tiere stammen aus der Feldhamster-Station des Tierparks Berlin. Gemeinsam mit dem Zoo Leipzig, der das Kompetenznetzwerk „Feldhamsterschutz“ koordiniert und dem Zoo Halle sollen durch die Auswilderung stabile Wildpopulationen in Mitteldeutschland aufgebaut werden.

    Der Europäische Feldhamster war einst weit verbreitet, ist heute jedoch in vielen Regionen bereits verschwunden. Um das Aussterben der Art zu verhindern, werden die für die Auswilderung vorgesehenen Tiere nach genetischen Kriterien ausgewählt, um möglichst widerstandsfähige Populationen zu etablieren. Die diesjährige Auswilderung der Berliner Feldhamster erfolgt auf Flächen in Sachsen-Anhalt, die gezielt feldhamsterfreundlich vorbereitet wurden. Wintergetreide, Luzerne, Klee und Blühmischungen bieten Nahrung und Deckung. Zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Elektrozäune und speziell vorbereitete Baue erhöhen die Überlebenschancen der Tiere in den ersten Wochen nach ihrer Ansiedlung. „Der Feldhamster zählt heute zu den am stärksten bedrohten heimischen Säugetieren. Umso wichtiger ist es, dass alle beteiligten Akteure gemeinsam handeln, um dieser Art eine Zukunft zu geben“, erklärt Tierpark- und Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. „Dabei ist es mir ein besonderes Anliegen zu vermitteln, dass Artenschutz nicht nur in fernen Ländern stattfindet, sondern direkt vor unserer eigenen Haustür beginnt. Umso mehr freut es uns, mit den in unserer Feldhamster-Station aufgezogenen Tieren aktiv an einem regionalen Auswilderungsprojekt mitzuwirken und so einen konkreten Beitrag zum Erhalt dieser heimischen Art zu leisten.“

    Früher war der Europäische Feldhamster in Deutschland weit verbreitet. Heute leben bundesweit nur noch wenige Restbestände. Hauptursachen für den dramatischen Rückgang sind die intensive Landwirtschaft, Klimawandel, steigender Flächenverbrauch, der Verlust strukturreicher Feldlandschaften, frühe Erntezeitpunkte sowie der Einsatz von Pestiziden. Dadurch fehlen den Tieren Nahrung, Deckung und die Möglichkeit, ausreichend Vorräte für ihren bis zu sechs Monate dauernden Winterschlaf anzulegen. Lange Zeit wurden Feldhamster außerdem stark bejagt, da man sie als Schädlinge betrachtete. Ohne gezielte Schutzmaßnahmen sowie Bestandsstützungs- und Wiederansiedlungsprogramme droht der Europäische Feldhamster vielerorts vollständig aus unserer Kulturlandschaft zu verschwinden. Der Tierpark Berlin engagiert sich seit vielen Jahren für die Erhaltung bedrohter Tierarten. Allein in diesem Jahr beteiligte er sich bereits an mehreren Auswilderungsprojekten, darunter unter anderem vier Przewalskipferde, zwölf Wisente und 20 Vietnamesische Fasane.

    Foto Kamerafalle: © Zoo Leipzig

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