Ein Schweinchen namens Dayan

Europas größte Hirscheber-Haltung im Tierpark Berlin freut sich über Nachwuchs

    Kulleraugen, kleine Spitzohren und eine Nase, die man so schnell nicht vergisst: Im Tierpark Berlin ist am 27. Juli ein männlicher Sulawesi-Hirscheber zur Welt gekommen. Der Kleine hört auf den klangvollen Namen Dayan. Die siebenjährige Diah zieht mit Dayan bereits das vierte Jungtier groß. Vater ist der neunjährige Eber Amir. Mit insgesamt neun Hirschebern beherbergt der Tierpark Berlin die größte Hirscheber-Haltung Europas. Das ist nicht nur ein herausragender Erfolg für die Zucht dieser außergewöhnlichen Tierart, sondern auch eine besondere Bestätigung der Hirscheber-Haltung im Tierpark Berlin.

    „Die Geburt verlief schnell und routiniert. Die Mutter zeigt sich aufmerksam und äußerst fürsorglich und sorgt dafür, dass das Jungtier geschützt und gut versorgt ist“, erklärt Kurator Martin Kränzlin. „In den ersten Lebenstagen sind die Nähe zur Mutter, der Körperkontakt und die Orientierung an ihrem Verhalten besonders wichtig. Schritt für Schritt wird er nun seine Umgebung erkunden und nach und nach auch den Rest seiner Familie kennenlernen.“ Wie schon bei den vorherigen Jungtieren hat das Tierpflege-Team auch den Namen für den jüngsten Neuzugang ausgewählt. Der Name Dayan ist dabei an das indonesische Wort „daya“ angelehnt, welches für Kraft, Stärke und Energie steht. Bei der Namensvergabe folgt der Tierpark zudem einer besonderen Tradition: Die Namen der Jungtiere beginnen entsprechend dem Geburtsjahr mit dem jeweils nächsten Buchstaben des Alphabets. Auf Ambari im Jahr 2023 folgten Bira 2024 und Citra 2025.

    Auch wenn Hirscheber zur Familie der Echten Schweine gehören, unterscheiden sie sich von ihren bekannten Verwandten den Wildschweinen. Während Wildschweine meist vier bis sechs Ferkel gleichzeitig zur Welt bringen, haben Hirscheber in der Regel nur ein oder selten auch zwei Jungtiere. Hirscheber investieren viel Zeit und Energie in die intensive Betreuung ihrer Jungtiere. Die bei der Geburt bereits vergleichsweise weit entwickelten Jungtiere bleiben zunächst eng bei ihrer Mutter. „Hirscheber kommen ausschließlich auf Sulawesi und einigen umliegenden Inseln vor. Ihr Bestand nimmt insbesondere durch den starken Verlust ihres Lebensraums stetig ab. Zudem wurde vermutlich die Afrikanische Schweinepest eingeschleppt und hat zum Tod vieler Tiere vor Ort geführt“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Die regelmäßige erfolgreiche Aufzucht von Jungtieren in Berlin zeigt die Expertise unseres Teams und den Erfolg unserer Haltung. Gleichzeitig machen Begegnungen mit diesen außergewöhnlichen Tieren deutlich, warum moderne Zoos als Reservepopulationen und Botschafter für den Artenschutz so wichtig sind.“ Hirscheber gehören zu den sogenannten endemischen Arten, da sie weltweit nur in einer bestimmten Region vorkommen. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird der Sulawesi-Hirscheber als gefährdet eingestuft. Diese Einschätzung wird jedoch von der IUCN derzeit überarbeitet, denn es wurden seit Mitte 2024 keine Hirscheber mehr in Sulawesi gesichtet. Auch Kamerafallen haben keine anderen Ergebnisse gebracht. Es scheint daher möglich, dass Hirscheber in ihrem natürlichen Lebensraum bereits ausgestorben sind. Damit ist die Reservepopulation in Europa und ein Jungtier wie Dayan immens wichtig für den Fortbestand dieser Art.

    Mit etwas Glück können Tierpark-Gäste Dayan schon bald gemeinsam mit dem Rest der Hirscheber-Familie auf der Otter-Insel beobachten.

    Hintergrund: Sulawesi-Hirscheber

    Hirscheber, auch Babirusas genannt, sind für ihre außergewöhnliche Erscheinung bekannt. Charakteristisch für die erwachsenen Männchen sind die auffälligen oberen Eckzähne, die durch die Schnauze hindurch nach oben wachsen und sich nach hinten krümmen. Außerdem erscheinen die Tiere auf den ersten Blick, als wären sie komplett haarlos.

    Im Tierpark Berlin können die Gäste auf der Otter-Insel in die faszinierende Inselwelt Sulawesis eintauchen. Auf dem rund 3.000 Quadratmeter großen Areal leben neben den Sulawesi-Hirschebern auch Zwergotter und Schopfmakaken. Zusammen bilden sie eine Wohngemeinschaft, die Sulawesi als „Hotspot“ der biologischen Vielfalt erlebbar macht.

    Opening hours

    Today, 10. August
    9:00 - 18:30
    Last admission: 17:00
    All opening hours

    Feedings & Trainings

    • Penguin talk 14:30
    • Gibbon-Talk 15:30
    • Red pandas 17:00
    All feedings