Tierpark-News

So wird der Tierpark Berlin in 2030 aussehen!

Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem stellt den Ziel- und Entwicklungsplan vor.

Zu einer Reise um die Welt kann der Tierparkbesucher in Berlin im Jahr 2030 antreten und im Amazonashaus Jaguare, Faultiere und Seekühe bewundern. Mit der Erlebnisbahn können Tierpark-Gäste durch Afrika fahren und dabei Elefanten, Giraffen und Löwen bestaunen. Bei der Himalaya-Fahrt mit einer Gondelbahn können Schneeleoparden, Kleine Pandas und Takine bewundert werden. Die größte Vogelvoliere Europas findet der Tierparkbesucher gleich in der Nähe des Schloss-Eingangs. Sie wird Pelikane, Flamingos und Kakadus beheimaten. Wie sieht ein Bauernhof in Asien oder Afrika aus? „Farmen der Welt“ gibt hier einen Einblick. Natürlich ist auch ein deutscher Bauernhof mit dem „Hof Rosenfelde“ dabei. Im europäischen Märchenwald werden heimische Tierarten gezeigt. Die Dschungelwelt mit Tiger und Leopard bleiben im Alfred-Brehm-Haus und bekommen mit dem Komodowaran, dem Malaienbär und dem Krokodil Untermieter. Nordamerika bleibt ebenfalls an gewohnter Stelle. Seerobben und Seebären komplettieren die bisherige Bärenlandschaft mit Eisbär & Co in der Nähe des Bärenschaufensters.

Auch ein mögliches Parkhaus am Bärenschaufenster sowie ein weiterer Nebeneingang mit 650 Parkplätzen in der Gensinger Straße sind angedacht. Im ehemaligen Direktorenhaus (Dathehaus) ist eine Kita geplant. Die Tierparkschule wird im Brandenburgischen Bauernhof untergebracht. Gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung soll am Schlosseingang ein Artenschutzzentrum mit Science Center und gläserner Tierklinik entstehen. 

Von April bis Dezember 2014 hat das Tierparkteam rund um Direktor Dr. Andreas Knieriem gemeinsam mit externen Fachplanern einen Ziel- und Entwicklungsplan (ZEP) erarbeitet.  Der komplette ZEP umfasst 180 Seiten. Er wurde im Januar 2015 im Aufsichtsrat des Tierparks sowie allen Mitarbeitern des Tierparks vorgestellt. Der Aufsichtsrat hat dem Plan am 16. April 2015 zugestimmt. Zeitgleich erfolgte die Mittelanmeldung in der Senatsverwaltung für Finanzen. In der kommenden Sitzung des Hauptausschusses des Abgeordnetenhauses am 10. Juni 2015 wird ein Auszug (Umfang 79 Seiten) besprochen, bestenfalls mit einer positiven Empfehlung, finanzielle Mittel im Landeshaushalt für die kommenden Jahre vorzusehen.

 

 

Die Umsetzung soll in drei unabhängigen Phasen erfolgen. Sie sind aufeinander abgestimmt und können nacheinander und mit zeitlich größeren Abständen realisiert werden, so dass auf Entwicklungsphasen auch Betriebsphasen folgen können. Die erste Phase soll in den Jahren 2016 bis 2022 umgesetzt werden. Sie hat ein Investitionsvolumen von insgesamt 49 Mio. Euro und beinhaltet die Projekte mit dem meisten Handlungsbedarf aus zoologischer und baulicher Sicht, insbesondere auch im Hinblick auf die Anforderungen des Säugetiergutachtens. Darüber hinaus sind hier die Projekte mit der höchsten Highlight-Dichte und damit dem größten wirtschaftlichen Potenzial enthalten. Für die Umsetzung aller Kernprojekte, die der Aufwertung der zoologischen Anlagen, des Besuchererlebnisses und der Gebäudesubstanz dienen, besteht im Zeitraum bis 2030 ein Finanzierungsbedarf in Höhe von insgesamt rd. 92,36 Mio. Euro.

Aufbauend auf Bestands- und Marktanalysen, bei denen neben Besucherbefragungen, Gebäude- und Grünflächenstruktur auch der Energiebedarf analysiert wurde, hat man den Tierpark dem direkten Vergleich mit anderen zoologischen Gärten unterzogen. Daraus wurde eine Strategie abgeleitet und ein Konzept erarbeitet, das die langfristige Modernisierung und zeitgemäße Umgestaltung des Tierparks in Berlin-Friedrichsfelde vorsieht.

„Ich freue mich sehr, endlich die Öffentlichkeit und die Politiker an den monatelangen Planungen teilhaben zu lassen und von unserer Idee zu begeistern, den Tierpark als ganztägiges Ausflugsziel für alle Berliner zu etablieren. Im Tierpark Berlin können wir große Tierherden in großzügigen Landschaften präsentieren, diese Möglichkeit gibt es europaweit in keinem anderen Zoo. Sobald die Finanzierung des Ziel- und Entwicklungsplans geklärt ist, können wir mit der Bedarfsanalyse und Vorplanung beginnen. Wir wollen nun dafür werben, dass in 15 Jahren tatsächlich eine Seilbahn zum Himalaya mitten in Berlin fährt und ein Komodowaran unsere Gäste im Alfred-Brehm-Haus begrüßt. Bei dem ZEP handelt es sich zunächst um eine Grobplanung. Detaillierte Entwürfe zu den neuen Anlagen würden erst innerhalb der einzelnen Projektabschnitte erstellt werden“, erläutert Dr. Andreas Knieriem.