Ein Hoch auf unsere Ältesten

Die Methusalems unter den Tierpark-Tieren

Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt rücken die Menschen nicht nur aufgrund der Kälte näher zusammen. Zum Fest der Liebe und des trauten Beisammenseins möchten wir diesen weihnachtlichen Tierpark-Blog Beitrag gern unseren ältesten Tierpark-Bewohnern widmen.

Altersruhesitz mit Vollpension

Tierische Senioren sind ein Phänomen, das mit der geschützten Haltung von Wildtieren in menschlicher Obhut entstanden ist. In der Wildbahn werden Tiere in der Regel nicht so alt, dass sie an Krebs, grauem Star oder Arthrose erkranken können. Die natürliche Auslese sorgt dafür, dass kranke und altersschwache Tiere „aussortiert“ werden. Sie sind leichte Beute für Raubtiere, werden von Rivalen aus dem Revier verdrängt oder verhungern, weil sie selbst keine Beute mehr fangen können. Im „Luxushotel Zoo“ hingegen leben Tiere dank Vollpension, bester medizinischer Versorgung und Mangel an Räubern im Schnitt ein Drittel länger als in der Wildbahn. Dadurch zeigen sich bei Zootieren Alterserscheinungen, die man im natürlichen Umfeld selten bis gar nicht beobachten kann.

Wohlbefinden auch in hohem Alter

Weil im Alter der Körper nicht mehr so funktioniert wie in der Jugend und die Proportionen nicht mehr so rund geformt sind, wie bei agilen Jungtieren ist das Thema „Altersruhesitz“ für Zoos eine kommunikative Herausforderung. Viele Besucher sind besorgt beim Anblick eines knochigen Pferdes oder eines zahnlosen Gorillas. Doch wie auch beim Menschen erfreuen sich viele Tiere selbst in hohem Alter noch bester Gesundheit. Trotz kleiner „Zipperlein“ können die Senioren im Zoo und Tierpark bei tierärztlicher Rundumversorgung mit Hausbesuchen einen geruhsamen Lebensabend in einem sicheren, behüteten Umfeld verbringen.

Respekt vor dem Alter

Deshalb will der Tierpark auch seine alten Tiere nicht verstecken - die Botschaft ist klar: Das Älterwerden und Sterben gehört genauso zum Kreislauf des Lebens dazu, wie die Geburt. Deshalb freuen Sie sich mit uns, bei Ihrer nächsten Begegnung mit einem unserer Tierpark-Senioren, dass sie so wohlbehalten bei uns sind.

Hier stellen wir unsere drei ältesten Tiere in Tierpark vor:

1. Nacktaugenkakadu „Pythagoras“ (mind. 64 Jahre alt)

Der genaue Tag an dem Pythagoras aus seinem Ei geschlüpft ist, ist nicht mehr bekannt. Fest steht allerdings, dass er am 08. Mai 1953 in den Zoo Frankfurt kam und von dort aus in den Tierpark Berlin zog – das war am 15. Juli 1964. Nur ein Jahr nachdem John F. Kennedy seine berühmte Rede in Berlin hielt, konnte also auch Pythagoras von sich behaupten „Ich bin ein Berliner“.

2. China Alligator „Mao” (Mind. 62 Jahre)

Legenden ranken sich um den Dinosaurier unter den Tierparkechsen, doch Genaueres weiß niemand über die Herkunft von China Alligator Mao. Fest steht nur, dass das ca. 1,70m lange Urgestein am 18. Mai 1957 aus dem Zoo Peking als Geschenk in den Tierpark Berlin kam. Der einst so stattliche Mao ist mittlerweile ein alter, etwas klapprig aussehnder Mann, mit einem geschätzten Alter von mindesten 62 Jahren.

3. Truthahngeier Waltraud und Hermann (beide 58)

Platz drei der ältesten Tiere im Tierpark teilt sich das Truthahngeier-Paar Waltraud und Hermann, die beide 58 Jahre alt sind. Sie sind 1959 in Winnipeg, Kanada geschlüpft um kamen am 20. Mai 1961 in den Tierpark Berlin. Bis zum Alter von 49 Jahren legte Waltraud noch regelmäßig befruchtete Eier, aus denen ein 1996 geschlüpfter Vogel noch immer im Tierpark lebt. Welch trautes Familienglück!

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