Wasserbüffelgeburt nach kurzem Schreckmoment
Entgegen ihrem bedrohlichen Aussehen gelten Wasserbüffel grundsätzlich als friedliche Rinder; denn die kräftigen schwarzen Hornträger wurden bereits vor mehreren tausend Jahren domestiziert. Die ursprünglich in Asien beheimateten, schlammliebenden Wiederkäuer werden heute auf vielen Kontinenten als Nutztiere gehalten. Ihre Zucht ist also nicht nur Zoos vorbehalten und dennoch freut man sich im Berliner Zoo besonders über ein diesjähriges Kuhkalb.
Nur wenige Tage vor seiner Geburt hatte der Bulle „Gonzo“ die spätere Mutter des Kalbes auf der Freianlage übel malträtiert, so dass mit dem Schlimmsten gerechnet werden musste. Doch nachdem sich die Kuh im Stall erholen konnte, brachte sie am 6. März ein vollkommen gesundes Jungtier zur Welt. Mit ihren knapp 16 Jahren verfügt „Olga“ über genügend Aufzuchtserfahrung, um sich vorbildlich um ihr Kälbchen zu kümmern und als ranghohes Alttier teilt sie sich die Freianlage bereits mit den übrigen beiden Berliner Wasserbüffelkühen. Nur der Bulle darf nach seinem Verhaltensfehltritt noch nicht zu seinem eigenen Nachwuchs. Dies ist aber nicht als Strafe gedacht, sondern entspricht der natürlichen Lebensweise der Büffel, wo die Herden von weiblichen Tieren geführt werden und die älteren Bullen in gleich-geschlechtlichen Gruppen oder einzelgängerisch zurechtkommen müssen.
Wasserbüffel dienen noch heute in vielen Gegenden der Erde als Zug und Lasttiere, sie helfen beim Pflügen der Felder, können aber auch größere Mengen von Milch liefern. Aus jener Büffelmilch, die deutlich gehaltvoller als die Milch unserer Hauskühe ist, wird der ei-gentliche Büffel-Mozzarella hergestellt. Wer diesen einmal probiert hat, erkennt, dass der aus Kuhmilch produzierte Käse in den Regalen der Supermärkte von ganz anderer, viel ge-schmackloserer Konsistenz ist. Durch die fettreiche Büffelmilch wird das jüngste Berliner Kalb, das ein Geburtsgewicht von etwa 40 kg hatte, schnell zu größeren Kräften kommen.
Vielleicht wird es auch später einmal außerhalb des Zoos irgendwo in Deutschland auf die Weide gehen. Wasserbüffel werden bei uns nämlich zunehmend gerne gehalten, so trifft man sie im Sommer beispielsweise auf der Pfaueninsel oder aber auch in Tiefwerder an.













