Zoo-Berlin
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17.10.2011

Aufzucht eines Ameisenbären – eine Erfolgsgeschichte im Berliner Zoo!


Mutter sein will gelernt werden. Dies gilt zumindest für die bereits 15jährige Ameisenbärin „Griseline“ im Berliner Zoo.

Am 26. August dieses Jahres brachte sie ihr 9tes Jungtier zur Welt, doch erst jetzt (7 Jahre nach ihrer ersten Geburt) zieht sie den Nachwuchs alleine auf. Während ihre ersten fünf Jungtiere untergewichtige, lebensschwache Frühgeburten waren und die erste geglückte Flaschenaufzucht im Jahr 2008 bereits als Riesenerfolg gefeiert wurde, sorgt „Griesline“ diesmal vom ersten Lebenstag an fürsorglich für ihr Junges. Schon kurz nach der Geburt ließ sie – wie es sich für eine Ameisenbärmutter gehört – das Jungtier auf den Rücken klettern, um es am Körper mit sich herumzutragen. Durch die feste Mutter-Kind-Bindung wurde auch die Milchproduktion ausreichend stimuliert, sodass ein Zufüttern diesmal nicht notwendig war. (Bei ihrem letzen Zögling musste noch zusätzliche Flaschenmilch gegeben werden.)

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass man nicht vorschnell urteilen darf, ob ein Tier zur Aufzucht fähig sei oder nicht. „Griseline“ hat dass Muttersein mühsam erlernen müssen, doch nun verhält sie sich vorbildlich. Ihr jüngstes Kind, das mit einem Gewicht von 1350 g geboren wurde, wiegt mittlerweile 2,9 kg. Bereits jetzt trägt das kleine Mädchen, das den Namen „Danita“ erhielt, die charakteristische schwarz-weiße Fellzeichnung auf graubraunem Untergrund. Allerdings ist die Körperbehaarung des Jungtieres noch sehr viel kürzer als die der Erwachsenen. So deckt die Mutter den kleinen „Bären“ zum Schutz vor Kälte beim Schlafen auch noch mit dem Schwanz zu.

Die zahnlosen Insektenfresser gehören sicherlich zu den spektakulärsten Säugetieren. Auffallend sind der riesige, fahnenartige Schwanz und die lange, röhrenförmige Schnauze, aus der mitunter eine dünne klebrige Zunge hängt. Mächtige Krallen an den Vorderpfoten dienen dem Aufbrechen von Termitenbauten und der Verteidigung.

Die Zuchtbemühungen um den Großen Ameisenbären versucht man durch ein europäisches Arterhaltungsprogramm zu steuern. Doch nach wie vor gelingt die Vermehrung der seltenen Südamerikaner nur in wenigen zoologischen Einrichtungen.
    
Hinweis für die Presse: „Danita“ wird mit ihrer Mutter am Dienstag, dem 18. Oktober, um 11:00 Uhr auf dem Ameisenbärgehege an der Landwerkanalbrücke den Pressevertretern vorgestellt.
Dr. Ragnar Kühne
 
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