Erstmals seit 22 Jahren wächst wieder ein Puma-Jungtier auf!
In diesen Wochen freut sich der Tierpark Berlin über Nachwuchs beim Puma. Grund: die letzte erfolgreiche Aufzucht von Pumas im Berliner Tierpark fand im Dezember 1990 statt und liegt somit fast 22 Jahre zurück. Zu Beginn des Jahres 2012 gelang es, das Männchen „Gary“ (geb. 2006 im Tierpark München) mit „Cheyenne“ (geb. 2002 im Banff Nationalpark, Kanada) erfolgreich zu verpaaren. Am 11. April brachte „Cheyenne“ Drillinge zur Welt, von denen zwei totgeboren wurden. Das verbliebene Jungtier ist ein Weibchen und wurde sicherheitshalber der Mutter abgenommen und handaufgezogen. Grund dafür ist, dass sich Mutter „Cheyenne“ schon um vorherige Würfe nicht ausreichend gekümmert hatte. Das weibliche Jungtier erhielt den Namen „Missoula“, brachte am Tag der Geburt 570 Gramm auf die Waage und war von Beginn an besonders lebensfroh. Die ersten Wochen bekam das Jungtier alle 2-3 Stunden eine Ersatzmilch speziell für Katzen auch in der Nacht. Inzwischen ist „Missoula“ sieben Wochen alt, 3 Kilogramm schwer und interessiert sich immer stärker für feste Kost, wie etwa Rindfleisch und junge Mäuse. Typisch für junge Pumas ist ihr Fleckenkleid, welches sie erst mit etwa 5-6 Monaten allmählich verlieren, um in das einfarbige Rotbraun der Alttiere zu wechseln. Diese Jungtierzeichnung verrät uns, dass die ursprünglichste Fellzeichnung bei Katzen dunkle Flecken auf hellem Grund sind. Eine ähnliche Jungtierzeichnung finden wir in der Katzenfamilie in dieser starken Form nur noch bei jungen Löwen.
Der Puma besiedelt ein großes Verbreitungsgebiet von Kanada bis an die Südspitze Südamerikas. Innerhalb dieser Verbreitung hat er sich an viele Lebensräume, von Wüsten bis hin zu Regenwäldern angepasst, obwohl das Verbreitungsgebiet groß ist, ist der Bestand vom Puma im Freiland in einigen Gebieten abnehmend und in Teilen bereits verschwunden. Die im Tierpark Berlin gehaltenen Pumas gehören zur Unterart der Montana-Pumas aus dem Nordwesten der USA und Kanada. Diese Unterart wird derzeit nur im Tierpark München und dem Tierpark Berlin gezeigt.
Das Jungtier „Missoula“ wird ab dem 30. Mai für Besucher erstmals im Alfred-Brehm-Haus zu beobachten sein. In den ersten Wochen wird „Missoula“ täglich von 14-16 Uhr in einem Innenkäfig auf der Westseite des Hauses zu sehen sein.
Dipl.-Biol. Christian Kern
Kurator für Säugetiere
Fototreff: am Mittwoch, 30. Mai 2012, 11.00 Uhr Alfred-Brehm-Haus
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