Panzernashorn

(Rhinoceros unicornis)

Indische Panzernashörner sind nach dem Elefanten und dem Breitmaulnashorn die drittgrößten Landsäugetiere der Erde. Sie bevorzugen die Sümpfe und Moorgebiete Nordostindiens und Nepals als Lebensraum, da sie Schlammsuhlen und Wasserbäder lieben. So kühlen sie ihre Haut ab und schützen sich vor Insektenstichen und Austrocknung.

STECKBRIEF

Herkunft
Asien: Nepal und Indien

Lebensraum
offene Graslandschaften, Sumpflandschaften

Nahrung
Gräser, Elefantengrastriebe, Kräuter, Wasserpflanzen

Bestand
ca. 2.700

Größe
bis zu 3,50 m Kopf-Rumpf-Länge, bis zu 2 m Schulterhöhe

Gewicht
ca. 2 Tonnen

Brut-/Tragzeit:
ca.16 Monate

Erreichbares Alter
freilebend bis zu 40 Jahre

Wissenswertes zum Panzernashorn

Panzernashörner verbringen ihr Leben als Einzelgänger. Bullen und Kühe finden nur zur Paarungszeit zusammen. War der ausdauernde Paarungsakt erfolgreich, bringt die Kuh nach einer Tragzeit von etwa eineinhalb Jahren ein Junges zur Welt.

 

Das Einhorn unter den Nashörnern

Das Panzernashorn besitzt im Gegensatz zu seinen afrikanischen Verwandten nur ein Horn, das bis zu 25 cm lang werden kann. Anders als das Horn von Ziegen oder Rindern ist es nicht mit dem Kopf verwachsen und hat auch keinen knöchernen Kern. Es besteht aus Keratin und ähnelt somit in seiner Struktur Hufen, Haaren oder Fingernägeln.

 

Dicker Panzer – sanfter Kern

Durch sein Aussehen, den verbeulten Hautplatten an den Flanken, den großen Falten und nietenförmigen Warzen an Schultern und Schenkeln, macht das Panzernashorn einen recht aggressiven und wilden Eindruck. Doch dieser täuscht: Panzernashörner sind nämlich außerordentlich friedfertige Tiere, wenn nicht gerade das Revier verteidigt werden muss.

 

Gemütlicher Vegetarier

Ein Panzernashorn vertilgt täglich bis zu 80 Kilo Futter, das vorwiegend aus Gräsern, Schilf-, und Elefantengrastrieben besteht. Dabei nutzt es die ausgeprägte fingerförmige Oberlippe, um geschickt Blätter von Ästen oder Wasserpflanzen abzurupfen. Als zweite Lieblingsbeschäftigung genießt es das Suhlen im Schlamm. Es dient der Abkühlung und schützt sie vor Austrocknung und Parasiten.

 

Vom Aussterben bedroht

Auf dem Indischen Subkontinent lebten einst rund eine halbe Million Panzernashörner, Anfang des 20. Jahrhunderts waren es kaum mehr als 100 Tiere. Schuld daran war vorwiegend der Mensch, der Jagd auf die begehrten Hörner machte. Diese gelten in der traditionellen chinesischen Medizin als Potenz- und Heilmittel. Dank massiver Schutzmaßnahmen konnte sich der Bestand auf immerhin etwa 2700 Exemplare erholen.

 

Stimmt es, dass...?

Da der Paarungsakt des Panzernashorns weit über eine Stunde dauern kann, herrscht besonders in asiatischen Regionen wie China und Taiwan der Aberglaube, die Potenz für die Ausdauer stecke im Horn. Der Irrtum bedrohte Nashörner lange Zeit und nach wie vor auf schicksalhafte Weise, besteht ihr Horn doch aus der gleichen Substanz, wie Pferdehufe oder menschliche Fingernägel und Haare.

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