Karibische Seekuh

(Trichechus manatus)

Karibische Seekühe, auch Nagel-, oder Karibik-Manati genannt, gehören einer sehr alten Säugetiergruppe an. Erst im Laufe der Evolution passten sich die seltenen Pflanzenfresser an ein Leben im Wasser an, das sie vorzugsweise in warmen, flachen Gewässern in Florida und der Karibik verbringen. 

STECKBRIEF

Herkunft
Mittel-, Süd- und Nordamerika, Karibik

Lebensraum
flache tropische Gewässer, subtropische Gewässer

Nahrung
Wasserpflanzen, vor allem Seegras

Bestand
weniger als 10.000

Größe
2,50 bis 4,20 m

Gewicht
300 bis 700 kg

Brut-/Tragzeit:
12-14 Monate

Erreichbares Alter
30 bis 50 Jahre

Wissenswertes zu Seekühen

Mit weltweit nur vier rezenten Arten gehören Seekühe einer der kleineren Säugetierordnungen an. Unterschieden wird zwischen Gabelschwanzseekühen, deren Vertreter der Dugong in den Küstengewässern des Indischen und Pazifischen Ozeans vorkommt, und den Rundschwanzseekühen. Zu ihnen gehören die Afrikanischen Manati, Amazonas-Manati und Karibik-Manati. Der Tierpark Berlin ist einer von nur zwei Zoos in Deutschland, der letztere Art hält.

 

Das Wasser macht den Unterschied

Während der Karibik-Manati sich im Meerwasser ebenso wohl fühlt wie im Süßwasser, kommen die beiden anderen Arten der Rundschwanzseekühe fast ausschließlich in Süßwassern vor. Der Dugong hingegen führt als einziger Pflanzenfresser unter den Säugetieren ein Leben als Meeresbewohner. 

 

Die Meerjungfrauen unter den Kühen

Seekühe gehören mit ihrer recht plumpen und wuchtigen Körperform, dem kleinen Kopf, einer wulstigen und faltigen Oberlippe und den kugelrunden Augen nicht gerade zu den Beautyqueens im Wasser. Dies hielt Wissenschaftler aber nicht davon ab, sie auch „Sirenen“ (Sirenia) zu nennen – ihre trägen Bewegungen unter Wasser erinnern schließlich auch an Meerjungfrauen.

 

Sanfte, friedfertige Riesen

Seekühe sind neugierige und zutrauliche Tiere. Ihr friedliches Leben verbringen die vorwiegend als Einzelgänger und nur in lockeren Verbänden lebenden Karibik-Manatis überwiegend mit fressen, schlafen und schmusen mit dem Nachwuchs. Hat eine Seekuh ein Kalb geboren, was nur alle drei bis fünf Jahre vorkommt, kümmert sie sich liebevoll und intensiv um das Kleine.

 

Stimmt es, dass...?

Üblicherweise verfügen alle Arten der Säuger über sieben Halswirbel. Das einzigartige an den Rundschwanzseekühen aber ist, dass sie nur sechs Halswirbel aufweisen – und das macht sie in der Klasse der Säuger absolut einmalig. Wer übrigens meint, Seekühe könnten als Wasserwesen besonders lange die Luft anhalten, irrt sich. Wenn sie schlafen, können Manatis maximal 15 Minuten unter Wasser bleiben, im Wachzustand sogar nur 2-3 Minuten.

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