Grévy-Zebra

(Equus grevyi)

Heute findet man auffällig gemusterte Grévy-Zebras nur noch in Kenia und Äthiopien. Dabei war ihre Art schon zur Zeit des Römischen Reichs im Alten Ägypten bekannt, was zeigt, dass sie einst auch im Norden Afrikas verbreitet waren. Strenge Schutzmaßnahmen schützen heute die letzten noch lebenden Tiere.

STECKBRIEF

Herkunft
Östliches Afrika: Kenia und Äthiopien

Lebensraum
halbtrockene Grasländer, dorniges Buschland 

Nahrung
harte Gräser, Laub und Kräuter

Bestand
2000-2500 in freier Wildbahn

Größe
ca. 3 m Kopf-Rumpf-Länge, 1,50 m Schulterhöhe

Gewicht
350 bis 450 kg

Brut-/Tragzeit:
13 bis 15 Monate

Erreichbares Alter
über 20 Jahre in menschlicher Obhut

Wissenswertes zum Zebra

Kaum zu glauben, aber die weltgrößten pferdeartigen Tiere sind gar keine Pferde, sondern Zebras. Sie gehören zur Ordnung der Unpaarhufer und sind bei Menschen besonders wegen ihrer auffälligen schwarzweißen Fellstreifung beliebt. Man unterscheidet zwischen drei Arten, dem Grévy-Zebra, dessen Heimat die Halbwüste Ostafrikas ist, dem Steppenzebra und dem Bergzebra, das in Namibia und Südafrika beheimatet ist.

 

Die letzten ihrer Art

Seit den 70er Jahren gehen die Wildbestände der Grévy-Zebras dramatisch zurück. Man zählt heute nur noch eine kleine Gesamtpopulation von etwa 2000 wild lebenden Exemplaren. Wurden sie früher wegen ihrer für Wandschmuck und Teppiche beliebten Felle gejagt und fast ausgerottet, konkurrieren sie heute mit der Bevölkerung und deren Vieh um Wasser und Lebensraum. Mittlerweile sorgen strenge Schutzmaßnahmen für ein Überleben der letzten noch wild lebenden Grévy-Zebras in Afrika.

 

Lieber als Einzelgänger unterwegs 

Um jahreszeitlichen Dürren zu entgehen, können Grévy-Zebras riesige Gras- und Buschland Gebiete von bis zu 10.000 km² durchstreifen. Während ein Teil der männlichen Grévy-Zebras versucht, ein in der Nähe von Wasser gelegenes Revier zu bilden und zu verteidigen, ziehen Stuten entweder alleine, bzw. in Gesellschaft ihres Fohlens oder in lockeren Verbänden durchs Land. Sie paaren sie sich nur mit dem stärksten Hengst, der ein großes und günstig gelegenes Territorium besetzt und verteidigt.

 

Zebrastreifen – keiner ist wie der andere

Das Grévy-Zebra hat im Vergleich zu anderen Zebraarten eine sehr enge schwarzweiße Fellstreifung. Dabei ist das Muster bei jedem Tier so individuell wie ein menschlicher Fingerabdruck – kein Fellmuster existiert zwei Mal auf der Welt. Als perfekter Tarnmantel dient die Streifung so richtig in freier Wildbahn, da sie die Körperumrisse der Zebras bei flirrender Hitze auf weiter Entfernung auflöst.

 

Stimmt es, dass...?

Das Grévy-Zebra hatte früher einen anderen Namen. Zur griechisch-römischen Zeit nannte man es noch Tigerpferd. Der neue Name geht ins Jahr 1882 zurück, als der Kaiser von Äthiopien dem damaligen französischen Präsident Jules Grévy ein Exemplar schenkte. Zwar überlebte das Tier die weite Reise nicht, wurde aber ausgestopft, im Pariser Naturkundemuseum ausgestellt und leistete der Zoologie große Dienste.

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