Lemurenschutz

Madagaskars Dilemma: Wo kein Regenwald, da keine Lemuren

Lemuren gehören zu den Halbaffen und sind Teil einer einzigartigen Tiervielfalt, die nur auf der Insel Madagaskar heimisch ist. Von den Einheimischen werden Lemuren wegen ihrer in der Nacht bei Gegenlicht rot-gelb leuchtenden Augen ehrfürchtig „Waldgeister“ genannt. Um zu verhindern, dass sie wirklich zu selbigen werden, gilt es den Regenwald als natürlichen Lebensraum vor weiterem Schrumpfen zu schützen.

Laut WWF sind heute durch Abholzung und Brandrodung etwa 90% der ursprünglichen natürlichen Vegetation Madagaskars zerstört, was bedeutet, dass der Lebensraum der Lemuren von Jahr zu Jahr schwindet. Die Konsequenz ist hart, aber wahr: Gibt es keinen Wald, verschwinden auch die Lemuren. Davon abgesehen, sind die Primaten auch durch die erneut angestiegene illegale Jagd bedroht.

Haltung und Zucht – Tierpark Berlin ist stolz über großen Lemuren-Bestand

Im Rahmen Europäischer Erhaltungszuchtprogramme (EEP) pflegt der Tierpark Berlin Paare oder Zuchtgruppen von insgesamt sieben Lemuren-Arten, wobei die Roten und Schwarzweißen Varis, Kattas, Mohrenmakis und Rotbauchmakis am häufigsten für Nachwuchs sorgen. Mit einem der größten Lemuren-Bestände unter deutschen Zoos, setzt sich unser Tierpark aktiv und erfolgreich für den Schutz der bedrohten Halbaffen ein.

Genauso wichtig: Support für den Vorort-Schutz auf Madagaskar

Der Tierpark Berlin unterstützt in Form einer persönlichen Mitgliedschaft des Primatenkurators Dr. Andreas Pauly in der Association Européenne pour l´Étude et la Conservation des Lémuriens (AEECL) den 2007 gegründeten Iles Radama Nationalpark auf der Halbinsel Sahamalaza. Dieser ist die letzte Zufluchtsstätte für den Türkisäugigen Mohrenmaki und den Sahamalaza-Wieselmaki. Die Spendengelder dienen u. a. der Finanzierung einer Forschungsstation, zur Aufforstung des Waldes oder Bezahlung von Wildhütern.