Gelbbrustkapuzinerprojekt

Brasiliens Regenwald schwindet – und mit ihm die Kapuzineraffen

Der Gelbbrustkapuziner zählt zu den besonders stark von der Ausrottung bedrohten Primatenarten. Sein natürlicher Lebensraum im Atlantischen Küstenregenwald Brasiliens verliert durch die Ausbreitung von Großstädten wie Rio de Janeiro immer mehr an Fläche. Ursprünglich erstreckte sich das Verbreitungsgebiet der ausgesprochen intelligenten Kapuzineraffen über große Teile des brasilianischen Bundesstaates Bahia.

Durch massive Viehzucht und Holzwirtschaft wird der Regenwald so dezimiert, bis nur noch inselähnliche Fragmente übrig sind. Innerhalb der einzelnen dadurch isolierten Kapuzinergruppen findet kein genetischer Austausch mehr statt und langfristig würde diese Situation zum Aussterben der Gelbbrustkapuziner führen.

Ein brückenschlagendes Schutzprojekt zum Artenerhalt

Das Gelbbrustkapuzinerprojekt, an dem sich der Tierpark Berlin beteiligt, ruht auf zwei Säulen: Zum einen soll die Zucht in Zoologischen Gärten dabei helfen, zoogeborene Tiere künftig in Brasilien auszuwildern und so den Wildbestand aufzustocken. Zum anderen erfolgt die Erforschung der Gelbbrustkapuziner und ihrer Lebensraumansprüche vor Ort in den noch verbliebenen Regenwaldresten. Ziel des gesamten Projekts ist es, Regenwaldreste zu schützen und Korridore anzulegen, über welche die Kapuzinergruppen wieder zueinander finden und sich genetisch austauschen können.

Wissenswert dabei ist übrigens, dass alle Gelbbrustkapuziner in Tiergärten das Eigentum Brasiliens bleiben. Außerdem ist es die Pflicht eines jeden Zoos, der diese Primaten halten möchte, sich aktiv durch Bereitstellung finanzieller Mittel am Schutz der Tiere in Brasilien zu beteiligen – ganz klar, Ehrensache!