Wiederauswilderung von Bartgeiern

Die Beliebtheit bei Jägern wurde dem Bartgeier zum Verhängnis.

Der Bart- oder Lämmergeier ist als eine der imposantesten Greifvogelarten Europas in den Alpenregionen beheimatet. Von anderen Geierarten unterscheidet er sich im Wesentlichen im Aussehen, Verhalten und Nahrungserwerb. Im Gegensatz zu aasfressenden Geiern zum Beispiel, ernährt sich ein Bartgeier meist von Knochen. Diese Nahrung kann er konkurrenzlos nutzen, da ihn seine besonders aggressiven Magensäfte befähigen, Knochen zu verdauen. Große Knochen, die er nicht mit dem Schnabel knacken kann, packt er einfach mit seinen Fängen und lässt sie von der Luft aus auf Felsen oder Steine fallen, so dass sie in mundgerechte Stücke zerbrechen – woher auch der Spitzname „Knochenbrecher“ stammt.

Intensive Jagd und Trophäensammler sorgten gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts dafür, dass der Bartgeier in den Alpen und Karpaten ausgerottet wurde. Nach dem letzten Abschuss im Jahr 1913 in den französisch-italienischen Westalpen, gab es nur noch in den Pyrenäen kleine Populationen.

Internationales Projekt zur Wiederansiedelung von Bartgeiern

Um den Bartgeier wieder in seiner Heimat anzusiedeln, wurde 1978 ein international koordiniertes Projekt unter Finanzierung von WWF und der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft ins Leben gerufen. Ziel des Artenschutzprojektes war und ist es noch, ausschließlich in Menschenhand gezüchtete und geschlüpfte Jungvögel wieder in den Alpen anzusiedeln. Später gründete sich aus diesem Projekt die „Foundation for the Conservation of the Bearded Vulture“.

Bartgeier kehren zurück in die Natur – Einige davon schlüpften im Tierpark Berlin

Der Tierpark Berlin beteiligt sich aktiv seit 1988 an der Schutzmaßnahme und konnte bereits 24 von 26 im Tierpark aufgezogenen Jungvögeln dem Wiederauswilderungsprojekt übergeben. 15 Bartgeier wurden in den Alpen, 2 in Andalusien und 1 in Südfrankreich ausgewildert . Der Tierpark Berlin hat damit einen großen Beitrag geleistet, dass der Bartgeier heute in den Alpen wieder heimisch ist. Und die Bemühungen gehen weiter, denn um den Bestand nachhaltig zu verbessern, müssen noch weitere im Zoo geborene Jungvögel freigesetzt werden.