Artenschutz im Tierpark Berlin

Unser Beitrag für einen weltweiten Artenerhalt

Durch verantwortungsvolle Haltung und koordinierte Zucht bedrohter Tierarten bauen wir im Tierpark Berlin lebensfähige Reserve-Populationen auf, unterstützen Projekte zur Auswilderung sowie Wiederansiedelung und leisten so einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Schutz der bedrohten Tierartenvielfalt.

Insgesamt beteiligt sich der Tierpark Berlin an 120 Europäischen Zuchtbüchern (ESB) und Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) sowie an zahlreichen nordamerikanischen und Internationalen Zuchtprogrammen (ISB).



Was ist ein Zuchtbuch?

Das Aufgabenfeld des Naturschutzes beinhaltet auch jene Arbeit, die zur Erhaltung von Tierarten in Menschenobhut beiträgt. Ein erster Schritt für das internationale Management von Tierpopulationen war die Einrichtung von Zuchtbüchern. 1923 wurde mit dem Zuchtbuch für den europäischen Wisent das erste derartige Tierverzeichnis angelegt. Seit 1966 werden in Berlin die Daten der beiden afrikanischen Nashornarten und des Gaurs, eines asiatischen Wildrindes, gesammelt. Der Zuchtbuchführer koordiniert die Weitergabe von Tieren zum Erhalt der Vielseitigkeit des Erbgutes in der Population. Zuchtbücher können auch Empfehlungen zur Verbesserung von Haltungsbedingungen enthalten.

Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEPs)

Seit 1985 gibt es neben den Zuchtbüchern so genannte Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEPs). Sie regeln die Zuchtbemühungen innerhalb der europäischen Teilpopulationen einiger besonders bedrohter Tierarten. Der Berliner Zoo betreute viele Jahre lang die EEPs für das Spitzmaulnashorn und den Gaur und beteiligt sich erfolgreich an zahlreichen weiteren EEPs (s.o.). Manche im Berliner Tierpark gehaltene Tierart konnte nach Jahren intensiver Pflege wieder ausgewildert werden (z.B. Przewalskipferd, Bartgeier).