Es geht ums Ganze

Grazile Verstärkung im Kampf gegen den Titel

Volltreffer im Tierpark: Während Mario Gómez und Sami Khedira bei der Fußball-EM ausfallen, sind ihre tierischen Namensvetter zu 100 Prozent fit: Boateng, Gomez, Mustafi und Khedira heißen die neuen Nachwuchs-Stars im Mhorrgazellen-Team des Berliner Tierparks. Anders als auf dem Spielfeld leben im Tierpark 13 Mhorrgazellen. Neben drei Jungs ist auch ein zartes Mädchen mit von der Partie. Die kleine Khedira kam am 31. Mai zur Welt. Ihr Bruder Mustafi ist ebenfalls noch vor Anpfiff am 9. Juni geboren. Gomez hat mit seinem Geburtstag am 13. Juni das erste Spiel der deutschen Nationalelf leider verpasst. Dem Fußball-Gott sei Dank kam der jüngste Bruder Boateng pünktlich am 27. Juni zur Welt, sodass die vier Geschwister beim nervenzerreißenden Viertelfinale Deutschland – Italien gemeinsam mitfiebern konnten.

Ein harter Kampf

Für die Mhorrgazellen geht es allerdings nicht um die Europa-, sondern um die Weltmeisterschaft – doch leider keine erfreuliche. Für sie steht weit mehr auf dem Spiel als nur ein Titel: Die sportlichen Afrikaner schaffen es seit 2006 an die traurige Spitze der IUCN Weltrangliste bedrohter Arten - Sie gelten als akut von der Ausrottung bedroht!

Größte Schwachstelle: Der Shoot-Out

Die Mhorrgazelle ist eine westafrikanische Unterart der Damagazelle und gilt in weiten Teilen ihrer ursprünglichen Heimat als ausgerottet. In Libyen, Mauretanien, Marokko, Nigeria und Tunesien ist sie bereits verschwunden. Nur in Mali, Niger und Chad sollen noch vereinzelt Tiere gesichtet werden. Nicht etwa Löwen oder Geparden machen den Gazellen das Leben schwer, der gefürchtetste Gegner ist der Mensch. Rote Karte für den Abschuss? Fehlanzeige! Wilderern und Jagdtouristen konnte bisher noch kein Platzverweis erteilt werden. Auch der Verlust ihres Lebensraumes durch Viehzucht setzt ihnen stark zu. Weit weniger als 500 Mhorrgazellen sollen nur noch in freier Wildbahn zu finden sein.

Rettung durch die Europameister

Trotz trüber Aussichten gibt es einen Hoffnungsschimmer am Horizont: Im Rahmen des europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) bemühen sich Zoologische Gärten um Verstärkung. Bereits 250 Mhorrgazellen stehen aus den sogenannten ex-situ Projekten als Auswechselspieler am Start, um die wilde Mannschaft in Afrika zu unterstützen. Während Jogi´s Jungs schon den nächsten Erfolg in Sicht haben, hofft man bei den Mhorrgazellen irgendwann nicht mehr um den Weltmeistertitel spielen zu müssen. Auswilderungsprojekte wie beispielsweise in Senegal machen Mut.

Eines steht jedenfalls fest: Beim Halbfinale heute Abend fiebern Boateng, Gomez, Mustafi und Khedira aus dem Tierpark Berlin mit!

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Karl Bröseke 07. Juli 2016
Unterschiedliche Namen.

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